Weltuntergang

Gut träume ich von Schlechtem,
Eindeutig erscheint mir darin das Viele,
Der Vielen Drängen.
Vorbei.
Ich bleibe am geträumten Ort,
Wähle den Weltuntergang
Zu erleben.

Denn die große Maschine dort,
Wo Menschen sich als Material einfügen,
Scheint nur Untod zu geben,
Scheinlebende zu trügen.

Hab ich sie doch nur erträumt?
Immer wieder Apokalypse.
In Ruhe will ich das Feuer sehen,
In Unruhe muss ich frühaufstehen,
Im Halbschlaf graust mir vor dem vielmöglichen Sterben.
Besser wär’s, ich wär’s allein.

Zwischen Ragnarök und jüngstem Gericht:
Die Einen wollen rasen, Feindbilder vergasen;
Die Anderen alles nur verstehen,
Keinen Streit aufkommen sehen;
Und alle wollen sie alles
Nur nach Aussen hin.

Die Wahrheit ist zutiefst
Und menschlich;
Verborgen in der Eitelkeit,
Der letzten Ressource einer ausgebeuteten Welt.
In der Los-Sprache herrscht die Einigkeit
Eines narzisstischen Netzewerks,
Das nur sich selbst und sonst niemandem gefällt.

Ich sehe die Traurigkeit unseres Abends,
Ich meide das geteilte Bett;
Am Horizont dämmert die Einsamkeit
Eines geteilten Weges,
Noch ist die Zukunft
Wie die Vergangenheit –
Weit.

Ich fühle dem Kommen entgegen,
Kein Entkommen im Kopf.
Darum träume ich von Feuer
Mit zu viel Mitleid,
Mich zu schlagen.

Kann sein, ich kann ihn lenken,
Den großen Wolf, der die Sonne frisst;
Und den richtenden Gott mir als den lieben denken,
Wie das Kind ihn will,
Und der Erwachsene vergisst.

Um was soll ich noch beten und bitten?
Die Göttlichkeit gab uns bereits,
Gab uns sich.
Ihren Spuren folgen wir mit Tritten
Und nehmen sie einander.

Braucht es das zum Erwachen?
Auf diesem nuklearen Treibhausplaneten,
Mit seinen getriebenen Plastikflaschen
Und atomsprenggeköpfen Apologeten:

Auf dem Monster reiten
In die Abenddämmerung ihrer Herrschaft;
Anderen den Weg bereiten,
Wo auch immer wir noch lieben können.

Vielleicht hätten sie Fenrir niemals fesseln sollen.
Vielleicht sind wir alle gefesselte Wölfe.
Die Einen entkommen, um zu grollen,
Die Anderen, um endlich zu leben.

Ich träume und wache,
Irre dazwischen, in Zwischenzeit;
Und ich strebe nach Rache
An all der Lieblosigkeit.

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